Energieeffizienz
Gerade in Zeiten steigender Energiekosten, ist das Wort Energieeffizienz in aller Munde. Aber was bedeutet es eigentlich? Das „Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie“ bezieht Energieeffizienz auf das Verhältnis zwischen eingesetzter Energie und dem daraus gewonnenen Nutzen. Gemessen werden kann also etwa das Verhältnis zwischen dem Energieaufwand und der erzeugten Kälteleistung eines Kühlschranks oder der Waschleistung einer Waschmaschine. Gemessen werden kann auch die eingesetzte Energie im Verhältnis zum durchschnittlichen Energiebedarf einer Wohnung. Die Effizienz des Energieeinsatzes ist dann umso höher, je weniger Energie verwendet werden muss, um etwa Standardtemperaturen innerhalb einer Wohnung zu erreichen. Längst sind Regeln für die Effizienz von Energieeinsatz nicht mehr alleine Sache der jeweiligen europäischen Länder. Die Basis des Regelwerks wird für die Länder der Europäischen Union auf europäischer Ebene gebildet.
Gemessen an Durchschnittswerten
Energieeffizienz kann beispielsweise als Verhältnis zu Durchschnittswerten gemessen werden. Das dient beispielsweise der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als Entscheidungsgrundlage für oder gegen die Förderung eines energieeffizienten Hausbaus mit zinsgünstigen Krediten. So profitiert man beispielsweise von einem der KfW-Förderprogramme, wenn man den Standard für ein KfW-Effizienzhaus 70 erfüllt. Derartige Häuser dürfen unter anderem pro Jahr siebzig Prozent des Jahresprimärenergiebedarfs eines Referenzhauses der EnergieEinsparVerordnung (EnEV) 2009 nicht übersteigen. Die Richtgröße „Primärenergiebedarf“ misst die gesamte Energie, die Sie beispielsweise für das Heizen Ihrer Wohnung benötigen. Eingerechnet wird dabei etwa auch der Energieverlust, der bei der Produktion von Energie entsteht.
Nehmen wir an, in einem Kraftwerk werden zehn Tonnen Kohle genutzt, um Energie zu erzeugen. Gut möglich, dass dann nur die Energie von vier Tonnen Kohle in den Haushalten ankommt. Solche Verluste werden in die Rechnung einbezogen und je nach Energieträger ergibt sich hier ein anderer Effizienzwert. Energetische Effizienz hängt also auch von der Art des Energieträgers ab. Wer vorhat, die Energieeffizienz seines eigenen Hauses durch Sanierungsmaßnahmen zu steigern, kann auf die Dienste eines Energieberaters bauen. Auch solch eine Energieberatung wird gefördert; bei Interesse sollten Sie sich über passende Programme informieren. Wer Immobilien mieten oder kaufen möchte, kann vom Vermieter oder Verkäufer auch einen Energieausweis verlangen, mit der die Energieeffizienz des Gebäudes dokumentiert wird.
Energieeffizienz im Immobiliensektor
Energieeffizienz betrifft natürlich nicht nur den Immobiliensektor, sondern sehr viele Bereiche. Für Haushaltsgeräte und auch für Kraftfahrzeuge gibt es Effizienzklassen. Mit ihnen wird der benötigte Energieeinsatz bei den jeweiligen Geräten oder Fahrzeugen dokumentiert. Die Skala reicht hier von „A“ (besonders hohe Effizienz) bis zu „G“ (besonders niedrige Effizienz). Da viele Geräte mittlerweile den „A“-Standard erfüllen, wurden weitere Unterteilungen wie „A+“ und „A++“ eingeführt. Sie sollen 2011 durch Bezeichnungen für die Energieeffizienz wie A-20%, A-40% oder A-60% abgelöst werden. Die jeweilige Prozentzahl steht dann dafür, um wie viel der ohnehin geringe Energieverbrauch bei den jeweiligen Geräten nochmals unterschritten wurde.